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Logik mit Sprüngen: Jens Hoffs Ausstellung ,, Monk? '' im Haus der Region 2013

Von Silke Rissling-Beckmann
Thelonius Monk war einer der eigenwilligsten Jazzpianisten und Komponisten seiner Zeit. Als Mitbegründer des Bebops ging der 1982 verstorbene Musiker in die Annalen des Modern Jazz ein, seine Stücke bleiben vielen bis heute rätselhaft. Was tribt den Künstler Jens Hoff dazu, seine Ausstellung im Haus der Region ,, Monk '' zu nennen? Monks Klavierspiel zeichnet sich durch einen harten, rhythmischen Anschlag aus. Seine Improvisationen irritieren und sind trotz melodischer Sprünge in sich logisch. So verhält es sich auch mit den großformatigen Arbeiten von Jens Hoff. Die Werke, fast altmeisterlich schön, sind von ihrem Inhalt her so düster, dass es für den Betrachter manchmal nur schwer auszuhalten ist. Bedrohliche Motive wie Militärhubschrauber oder eine zerrissene Flagge verpackt er in weich vermalte wolkenförmige Rundungen, als sie eine Bombardierung Teil eines harmonischen Systems. Obwohl Hoffs Formenwelt etwas Unbändiges anhaftet, wirken seine Bilder bizarr und leblos. Es gibt Ölgemälde, auf denen Landschaften und Menschen gleichermaßen unbelebt erscheinen. Mal verharrt ein ausgemergelter Mann im roten Wasser, mal findet sich ein Krokodil in einer eisblauen Landschaft. Es ist, als ob sich das Leben leise in sich zurückzöge, um unauffällig zu verlöschen. Die Motive sind in ihrer zurückhaltenden Farbigkeit weit von der Naturwirklichkeit entfernt, die Szenen erscheinen märchenhaft bis skurril. Dieses Mystische findet sich auch in der Werkgruppe ,, Misterioso '' wieder. Stilisierte Figuren stehen inmitten der Natur. Ein Mann und eine Frau mit indifferentem Gesichtsausdruck zersägen ein schwarzes Loch, ein Mädchen blickt auf einen Berg mit einem Skelett. Nichts deutet auf stärkere Gefühle hin. Die Anregungen für seine Bildmotive holt sich Jens Hoff, der an der Fachhochschule Hannover bei Peter Redeker studiert und bereits mehrere Preise und Stipendien bekommen hat, aus Zeitschriften und Büchern. Diese verfremdet er soweit bis sich wunderbare Rätsel ergeben.

Kunstverein Neustadt 2011

"Ausgehend von Anregungen u.a. aus Büchern und Zeitschriften sowie Beobachtungen im täglichen Lebenslauf der Straße entwickle ich meine Motive mit Schwerpunkt auf die Bildkomposition, bis ganz neue Bildinhalte entstehen, die sich zu imaginären Szenen verbinden."

KUBUS Hannover 2003

Jens Hoff zeigt eine neue Serie von zwölf Bildtafeln. Der Maler überzeugt auch hier wieder mit seinem Genre, dem figurativ Realistischem, das manch einer zusammen mit der Malerei heute als obsolet abtut. Sehr zu Unrecht, wie sich bei Hoff beobachten lässt. Der Künstler hat sich mit der Zwölf - wie die zwölf Stunden eines Tages, die zwölf Monate eines Jahres oder die zwölf Jünger des Herrn - für eine magische Zahl entschieden.
In seinen Bildern verhandelt er, wie er sagt, "die dunkle Seite des Kults", und zwar exklusiv in den Farben Gold und Schwarz. Kostbare Farben, die das Thema nicht denunzieren, aber auch nicht glorifizieren, sondern zu Nachdenken anregen.

 

Puplikationen und Besprechungen in verschiedenen Tageszeitungen